Fachfragen bei Ausbau.de

 
Dominik P. (Gast) fragt am 01.05.2013:
 
Hallo,

diese Frage ist sicher länger und komplizierter. Ich hoffe, man kann uns helfen. Es betrifft eine Eigentumswohnung im Erdgeschoss mit riesigem Kellerraum (ca. 35qm) unterhalb vom Wohnzimmer. Es ist ein richtiger Kellerraum mit eigener Tür und nicht so ein Holzverschlag!
Wir würden gerne einen Teil des Kellers nutzbar machen, um dort z.B. ein kleines Schlafzimmer einzurichten. Ein Durchbruch durch die Wohnzimmerdecke mit Wendeltreppe nach unten schwebt uns vor. Im Kellerraum selbst würden wir eine Trockenbauwand einziehen und nur einen Teil wohnlich ausbauen, so dass immer noch mehr als 20qm \"echter\" Keller übrig bleiben.

Neben statischen Fragen, die selbstverständlich ein Bauingenieur klären muss, haben die Nachbarn rechtliche Bedenken. Andere Eigentümer im Haus bemängelten, man könne nicht einfach so Kellerraum zu Wohnraum machen - und wenn, dann müsse das beim zuständigen Amt genehmigt werden. Wohnraum wiederum muss aber Kriterien wie bestimmte Fenstergröße, Heizung, etc. erfüllen. Uns persönlich wären kleine Fenster und eine fehlende zusätzliche Heizung für ein Schlafzimmer egal.
Außerdem müsse die Eigentümerversammlung mit den Baumaßnahmen einverstanden sein. Ist das korrekt? Die baulichen Veränderungen würden doch nichtmal von außen sichtbar sein und absolut nur diese Wohnung und den dazugehörigen Keller betreffen!

Was müsste man bei so einem Ausbau beachten? Ist das generell möglich, oder halten uns rechtliche Bestimmungen davon ab? Es wäre schade, wenn es nur an Rechtsbestimmungen für Fenster etc. schadet, die uns in einem Schlafzimmer egal wären.
Nach meinem Verständnis muss es doch möglich sein, einen Teil des eigenen Kellers nach eigenen Vorstellungen zu nutzen und aus der eigenen Wohnung mit einer Trepper erreichbar zu machen. (Selbstverständlich unter der Voraussetzung, dass es statisch möglich, von einem Architekten/Bauingenier geprüft und von einer Fachfirma durchgeführt wird. Das ist ja klar.)

Vielen Dank für jede Hilfe und freundliche Grüße
Dominik P.
 
 
  
 
2 Antwort(en), letzte am 02.05.2013:
 
   Päffgen GmbH (Fachfirma) schreibt am 02.05.2013:
 
Alle genannten Bedenken sind ernst zu nehmen. Die baurechtliche Seite lässt sich am ehesten bei einem Gespräch in der Unteren Baubehörde klären. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel muss Wohnraum „tatsächlich und rechtlich zur dauernden Wohnnutzung geeignet und vom Verfügungsberechtigten dazu bestimmt“ sein. (Gesetz zur Förderung und Nutzung von Wohnraum für das Land Nordrhein-Westfalen) Die Landesbauordnungen schreiben Details vor. Inwieweit die Eigentümerversammlung entscheidungsberechtigt ist, kann auch von hausintern vereinbarten Regelungen abhängen. Vermutlich aber ja, zumal wenn ein Eingriff in die Statik des Hauses erfolgt. Ein auf Bau- und Wohnrecht spezialisierter Anwalt kann sicher Auskunft geben.
 
 
   Päffgen GmbH (Fachfirma) schreibt am 02.05.2013:
 
Alle genannten Bedenken sind ernst zu nehmen. Die baurechtliche Seite lässt sich am ehesten bei einem Gespräch in der Unteren Baubehörde klären. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel muss Wohnraum „tatsächlich und rechtlich zur dauernden Wohnnutzung geeignet und vom Verfügungsberechtigten dazu bestimmt“ sein. (Gesetz zur Förderung und Nutzung von Wohnraum für das Land Nordrhein-Westfalen) Die Landesbauordnungen schreiben Details vor. Inwieweit die Eigentümerversammlung entscheidungsberechtigt ist, kann auch von hausintern vereinbarten Regelungen abhängen. Vermutlich aber ja, zumal wenn ein Eingriff in die Statik des Hauses erfolgt. Ein auf Bau- und Wohnrecht spezialisierter Anwalt kann sicher Auskunft geben.